1. Fachforum Bayerischer Wald zum Thema Wandern

25.10.2017 - Wanderer werden wieder jünger

Intensive Gespräche ergaben sich beim Speeddating beim 1. Fachforum Bayerischer Wald zum Thema Wandern.
Intensive Gespräche ergaben sich beim Speeddating beim 1. Fachforum Bayerischer Wald zum Thema Wandern. - © Tourismusverband Ostbayern e.V., Eberl-Walter

„Wanderer werden wieder jünger, sind oft auch alleine unterwegs und suchen mehr die innere Einkehr statt neue Ziele“, bringt Prof. Dr. Heinz-Dieter Quack die neuen Erkenntnisse im Wandertourismus auf den Punkt. Er ist Trend- und Marktforscher im Themenbereich Wandern am Institut für Tourismus- und Regionalforschung der Ostfalia Hochschule und war zu Gast beim Wander-Fachforum Bayerischer Wald in Viechtach. Über 120 Teilnehmer informierten sich beim Fachforum, das erstmalig vom Tourismusverband Ostbayern e.V. organisiert wurde, über Neuerungen am Wandermarkt.
„Ziel der Veranstaltung ist es vor allem, das Netzwerk aller Beteiligten am Wandertourismus zu pflegen“, fasst Günter Reimann, Destinationsmanager Bayerischer Wald, zusammen, „dazu gehören Touristiker, Gastgeber, Wegepaten, Waldvereine, Naturparke, der Nationalpark, und viele weitere.“
Neben den Vorträgen von Prof. Quack und Veronika Perschl, stellvertretende Vorständin des Tourismusverbandes Ostbayern, tauschte man bei einem Gesprächsforum in Form eines Speeddatings intensiv Erfahrungen und Meinungen aus.

Wanderer werden wieder jünger
Der Wandertourismus verändert sich. Prof. Quack erläuterte in seinem Fachvortrag einige interessante Entwicklungen:“ Wandern ist ein Massenphänomen. 24,6 Mio. Deutsche haben ein ausgeprägtes Interesse am Wandern, Mittelgebirge sind die beliebtesten Wandergebiete. Interessant ist, dass sich immer mehr Jüngere für das Wandern begeistern. Wandern steht für sie für Natur- und Landschaftserlebnis und als Gegensatz zu Stress und Hektik im Alltag. Die zunehmende Gesundheitsorientierung spielt hier eine Rolle.“ Gemäß einer Grundlagenuntersuchung des Deutschen Wanderverbandes geben Tageswanderer rund 20 Euro, Urlaubswanderer rund 76 Euro pro Tag aus. „Wanderer wollen Geld ausgeben, sie sind in Urlaubsstimmung“, fasst Quack zusammen, „die Ausgaben für Essen steigen signifikant mit dem Angebot.“
Besonders hebt er hervor, dass Touristiker bisher „Wegbereiter“ waren, jetzt sind sie „Sehnsuchtsdienstleister“, denn es gehe im Wandertourismus darum, die Sinne anzusprechen, Gefühle zu wecken. Zusammenarbeit, Vernetzung und branchenübergreifende Kooperationen seien hier unerlässlich. „Entwickeln Sie Empathie und Kompetenz“, rief er die Teilnehmer des Fachforums auf.

Glücksmomente am Goldsteig
Der Qualitätswanderweg Goldsteig hat sich in den zehn Jahren seines Bestehens zu einem der erfolgreichsten Wanderwege Deutschlands entwickelt. Er wächst nächstes Jahr um eine 289 Kilometer lange Parallele auf tschechischer Seite und 13 Grenzübergänge verbinden dann die Route mit dem bestehenden Netz. Dabei werden die historischen Wege Baierweg, Böhmweg, Gunthersteig und Goldener Steig als Zuwege in das Konzept integriert. „Der Goldsteig ist im Wandertourismus angekommen“, referiert Veronika Perschl. Dennoch brachte sie eine große Wunschliste mit, um den Goldsteig weiter zu optimieren:“In jedem Etappenort sollte eine Goldsteig-Fahne wehen“. Unter dem Motto „Unser Weg soll noch schöner werden“, spricht sie weitere Bänke und Unterstände, Ausschilderungen vom Ort zum Weg, Sauberkeit und Angebote für den Winter an. „Auch eine kleine Fußwanne und ein Teekocher am Zimmer sind für Wanderer eine wunderbare Annehmlichkeit im Quartier“, sagt Perschl, „denken Sie daran, wie sich Glücksmomente schaffen können, sie sind kurz, bleiben aber lang in Erinnerung.“

So begeistert man Gäste
Bürgermeister Anton Piermeier aus Sankt Englmar, Gastgeberin Sigrid Kamm aus Zenting und Gästeführer und Tourismusbeauftragter Josef Altmann aus Eschlkam erläuterten im Interview mit Moderator Martin Gruber ihr Erfolgskonzept. Regelmäßig angebotene geführte Goldsteigtouren in Sankt Englmar, die gesunde Vitalküche und modernen Zimmer des Gasthauses Kammbräu in Zenting oder das Eschlkamer Wanderprogramm, das Josef Altmann seit 1990 anbietet, begeistern die Wandergäste.

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