Badehose, Bier, Barock: Die Niederbayerntour ist eröffnet

31.8.2018 - "A sakrisch guade Tour": Projektpartner und Radfahrer feiern mit Weißwurst und Gstanzln – Manfred Weber lobt den niederbayerischen Gemeinschaftsgedanken

Die Freude über den neuen Radweg war spürbar, als am Donnerstag, 30. August, in Oberndorf bei Bad Abbach die Niederbayerntour eingeweiht, feierlich eröffnet und sogleich getestet wurde.
Die Freude über den neuen Radweg war spürbar, als am Donnerstag, 30. August, in Oberndorf bei Bad Abbach die Niederbayerntour eingeweiht, feierlich eröffnet und sogleich getestet wurde.  - © Tourismusverband Ostbayern e.V./Ulrike Eberl-Walter

Die Freude über den neuen Radweg war spürbar, als am Donnerstag, 30. August, in Oberndorf bei Bad Abbach die Niederbayerntour eingeweiht, feierlich eröffnet und sogleich getestet wurde. Zum Festakt beim Traditionswirtshaus Berghammer kamen nicht nur die vielen Partner und Beteiligten, die das EU-Projekt auf den Weg brachten, sondern auch etliche Helfer, die auf der 244 Kilometer langen Route nicht weniger als  6300 Schilder montiert hatten. Auch einige Radfahrer, die mit historischen Gefährten für Aufsehen sorgten, ließen sich die Eröffnungsfeier nicht entgehen. Nachdem Pfarrer Peter Schubert den Radweg gesegnet hatte und sinnbildlich ein Band zerschnitten wurde, unternahmen die Festgäste mit geliehenen Rädern eine kurze Spritztour auf der Strecke. Ein Gstanzlsänger der Oberndorfer Musikanten sinnierte humorvoll über das Radlfahren, und zur Stärkung gab es in der vollen Stube dann Weißwurst und eine frische Halbe Bier. Nach der vielen Kleinarbeit, die das ehrgeizige Projekt seit dem Start im Juni 2016 von allen Beteiligten erfordert hatte, machten sich nun Zufriedenheit und Leichtigkeit breit.

Die Tour ist für jedermann geeignet
„Es ist eine sakrisch guade Tour entstanden“, erklärte Veronika Perschl, stellvertretende Vorsitzende des Tourismusverbands Ostbayern e.V., der das LEADER-Förderprojekt initiiert hat. Unter dem Motto „himmlisch radfahren“ führt die neu ausgeschilderte Niederbayerntour in sieben Etappen von Passau nach Regensburg oder umgekehrt, aber nicht nur der Donau entlang, sondern quer durch das Bayerische Golf- und Thermenland. Die Route ist steigungsarm und geeignet für Genießer und sportliche Fahrer, für E-Biker und Familien mit Kindern, für Naturfreunde, Kulturliebhaber und Fans der regionalen Braukunst und Biergartenkultur. 

Lob für die gute Zusammenarbeit
Für ihn sei der EU-geförderte Fernradweg Niederbayerntour ein Brückenschlag zwischen Europa und der Heimatregion, sagte Kelheims Landrat Martin Neumeyer in seinem Grußwort und betonte die positiven Auswirkungen des Radtourismus auf die Gastronomie und Übernachtungsbetriebe im Landkreis. Manfred Weber, Fraktionsvorsitzender der Europäischen Volkspartei im Europäischen Parlaments, hob in seiner Festrede den Kooperationsgedanken und den Gemeinsinn hervor, der vor allem in Niederbayern herrsche. Die Fördermittel der EU würden in Niederbayern sehr aktiv in Anspruch genommen. „Dies ist auch wichtig, damit zeigen wir, dass wir die Mittel benötigen, dass sie uns wertvoll sind und auch sinnvoll eingesetzt werden“, erklärte der Abgeordnete. Auch Dr. Eberhard Pex, LEADER-Koordinator für Niederbayern, betonte den Kooperationsgedanken der niederbayerischen Lokalen Aktionsgruppen (LAG), die die Fördermöglichkeiten aktiv nutzen. Er bedankte sich für deren Einsatz und lobte die Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Ostbayern als zuverlässigem Partner.

Tausende Wegweiser montiert
Das vom Tourismusverband Ostbayern e.V. initiierte Projekt "Radrunden Bayerisches Thermenland" habe ein ehrgeiziges Ziel, erklärte Alexander von Poschinger, Projektmanager des LEADER-Kooperationsprojekts, nämlich die durchgängige und einheitliche Beschilderung auf allen regional und überregional bedeutenden touristischen Radwegen im Bayerischen Golf- und Thermenland.  „Um diesem Anspruch gerecht zu werden, wurden entlang der Niederbayerntour 1200 Hauptwegweiser, 2300 Zwischenwegweiser und 2800 Routensignets als Einschübe montiert. Zudem wurde veraltetes oder fehlerhaftes Material entfernt“, summiert von Poschinger die Arbeiten vor Ort. Auch ein Internetaufritt, eine Radkarte und Werbeaktionen seien Teile des Projekts. Ein Folgeprojekt „Qualitätssicherung und Erlebnisinszenierung der Radrunden Bayerisches Thermenland“ ist geplant und soll die bedeutende Rolle des Radtourismus im Bayerischen Golf- und Thermenland stärken. Zudem soll es zukunftsweisende Investitionen in die Service- und Infrastrukturqualität für Radfahrer ermöglichen.

Projekt Niederbayerntour
Das Projekt wird finanziell vom Freistaat Bayern und dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums gefördert. Projektpartner sind neben dem Tourismusverband Ostbayern e.V. die niederbayerischen Landkreise Landshut, Kelheim, Dingolfing-Landau, Rottal-Inn, Straubing-Bogen, Passau und Deggendorf sowie die dazugehörigen sogenannten Lokalen Aktionsgruppen. Aus der Oberpfalz beteiligt sich der Landkreis Regensburg, aus Oberbayern der Landkreis Mühldorf am Inn. Auch die Städte Landshut, Straubing, Passau und Regensburg sind mit von der Partie. Projektstart war im Juni 2016. Bis Ende 2018 sind alle Maßnahmen umgesetzt. Das Projektvolumen beträgt rund 330.000 Euro, der Zuschuss 198.000 Euro. Zudem haben die Projektpartner neue Vorschläge für Erlebnisradtouren in der Region zusammengestellt.

Details zur Niederbayerntour und den Erlebnisradtouren findet man auf dem Portal des Bayerischen Golf- und Thermenlands www.bayerisches-thermenland.de.

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