Niederbayerntour: Himmlisch radfahren

Leuchtende Natur und heiße Thermen - Schätze entdecken auf den Erlebnisrunden der Niederbayerntour: Die Sonne wärmt mild, die Bäume leuchten bunt – beste Voraussetzungen für eine gemütliche herbstliche Radtour. Routenvorschläge gefällig? Nichts leichter als das: Der Tourismusverband Ostbayern hat einen neuen Fernradweg ausgeschildert, auf dem man sich kinderleicht den südlichen Teil Niederbayerns „erradeln“ kann: die Niederbayerntour.

Unterwegs auf der Niederbayern-Tour im Bayerischen Golf- und Thermenland.
Unterwegs auf der Niederbayern-Tour im Bayerischen Golf- und Thermenland.  - © Eisele H.

Unter dem Motto „himmlisch radfahren“ geht es in sieben Etappen von Passau nach Regensburg oder umgekehrt. Aber nicht nur an der Donau entlang, sondern südlich davon auf 244 Kilometern quer durch das Golf- und Thermenland. Zudem ergänzen sechs spannende Erlebnisrunden die Niederbayerntour. Geeignet sind diese steigungsarmen Touren vor allem für Genussradler, E-Biker und Familien, für Naturfreunde und Kulturliebhaber. Ihnen erschließen sich auf 1000 Kilometern 13 Städte, fünf Flüsse und viele niederbayerische Schätze. Diese Schätze sind barocke Prachtbauten, artenreiche Naturparadiese und sprudelnde Kraftquellen.

Zwei, drei Tage Zeit, gerade recht für eine Radrunde

Radrunde "Barock, Kunst und Kultur"

Üppiger Barock, Kunst und Kultur bestechen auf der Radrunde ausgehend von Straubing. Sie führt auf 183 Kilometer über Deggendorf und Dingolfing nach Landshut und zurück zum Ausgangspunkt Straubing. Der Bogenberg mit seiner Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt ist weithin sichtbar. Man macht Halt bei der Benediktinerabtei Metten und erreicht die Donaustadt Deggendorf. Ab Moos, wo die Isar naturgewaltig in die Donau mündet fährt man stromaufwärts über Landau und Dingolfing nach Landshut. Die Herzogstadt Landshut birgt wunderschöne italienische Architektur, aber auch die Basilika Sankt Martin und die Burg Trausnitz.  Entlang der Kleinen Laber führt die Radrunde durch niederbayerisches Bauernland zurück nach Straubing.

Radrunde "Kraftquellen im Bäderdreieck"

Wasser prägt die 96 Kilometer lange Tour von Pfarrkirchen über Pocking und Simbach am Inn zurück zum Ausgangsort. Die Rott plätschert gemütlich Richtung Inn, der kommt wasserreich und grünschimmernd aus den Alpen. Die Innauen sind ein international bedeutendes Vogelzuggebiet. Die Badehose sollte im Gepäck sein, nicht wegen der Flüsse, aber wegen der Thermalbäder, die auf dieser Radrunde liegen. In Bad Birnbach, Bad Griesbach und Bad Füssing sprudeln wahre Kraftquellen aus der Erde. Ein Bad in diesem Heil- und Thermalwasser ist äußerst wohltuend.

Weiterführende Infos:
Sehenswürdigkeiten entlang der Radwege, Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeiten, die kostenlose Freizeitkarte des Bayerischen Golf- und Thermenlands, GPX-Tracks und weitere Infos zu den Touren gibt es auf: www.bayerisches-thermenland.de.

Detailbeschreibung Radrunde "Barock, Kunst und Kultur"

Wer gerne Kultur mit Natur verbindet, dem empfiehlt sich die Erlebnisrunde 2. Sie führt auf 183 Kilometern von Straubing über Deggendorf und Dingolfing nach Landshut und von dort zurück nach Straubing. Die Strecke verläuft abwechslungsreich entlang der Flussradwege an Donau, Isar und Laber. Das erste kulturelle Schmankerl wartet schon am Ausgangspunkt: Der Straubinger Römerschatz. Am Nachmittag des 27. Oktober 1950 wurde bei Grabungsarbeiten auf dem Gelände eines früheren römischen Gutshofes ein riesiger Kupferkessel geborgen. Darin fand man prächtige Teile von Paraderüstungen wie Gesichtshelme und Beinschienen, die Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. vergraben worden waren. Sie zählen zu den bedeutendsten römischen Funden in der Bundesrepublik und sind im Gäubodenmuseum zu bestaunen.

Radfahrer, die einen Anstieg nicht scheuen, sollten nahe der Stadt Bogen, der Heimat des bayerischen Rautenwappens, den Bogenberg erklimmen. Auf seinem Gipfel steht – 432 Meter über der Donau – die Kirche Mariä Himmelfahrt, die älteste Marienwallfahrtskirche Bayerns. Die Wallfahrt dorthin ist vor allem durch die Pilger aus dem Ort Holzkirchen im Landkreis Passau bekannt. Seit Ende des 15. Jahrhunderts tragen sie jedes Jahr zu Pfingsten in einem zweitägigen, 75 Kilometer langen Fußmarsch eine 13 Meter hohe und 50 Kilo schwere Kerze auf den Bogenberg. Jede Kerze bleibt zwei Jahre in der Kirche stehen. Mehr über die Entwicklung der Kerzenwallfahrt erfährt man im Kreis- und Heimatmuseum auf dem Bogenberg.

Danach rauschen Radfahrer mit neuem Schwung wieder hinunter zum Radweg an die Donau. Sie machen Halt bei der Benediktinerabtei Metten und steuern dann Deggendorf an, das Tor zum Bayerischen Wald. Ein relativ junger Anziehungspunkt der liebenswerten Stadt ist der Donaupark zwischen Altstadt und Flussufer. Angelegt für die Landesgartenschau vor vier Jahren, ist er heute ein beliebter Freizeit- und Erholungsort mit Donaustrand und Strandbar, Spielplätzen, Grünflächen und einer der längsten Fuß- und Radwegbrücken Europas.

Natur pur erwartet die Radler in Moos, wo die Isar in die Donau mündet. Die Isar hat hier vielfältige und sehr unterschiedliche Auenlebensräume für Flora und Fauna gestaltet – eine einzigartige Oase und  das letzte intakte Mündungsgebiet eines Alpenflusses. Im Infohaus Isarmündung lernen die Besucher die schützenswerte Tier- und Pflanzenwelt näher kennen. In Plattling dann beobachten sie, wie mutige Sportler die kalte Isar genießen. An der Isarwelle, einem mächtigen, künstlichen Schwall nahe der Brücke, tummeln sich im Sommer Kajakfahrer und Wellenreiter aus der ganzen Welt.

Weiter geht es über Landau und Dingolfing in die Herzogstadt Landshut. Dort kann man bei der  Basilika St. Martin den höchsten Backsteinturm der Welt bewundern. Berühmt ist auch das Kloster Mallersdorf – und zwar vor allem wegen Schwester Doris, der letzten bierbrauenden Klosterschwester der Welt. In Oberlindhart führt der Radweg an der Huber-Mühle vorbei: Im ökologischen Mühlenladen gibt es immer freitags frisches Brot aus Natursauerteig. Der Schreyerhof in Atting hat sich auf den Anbau von Kürbissen spezialisiert und bietet außerdem ein uriges Hofcafé und lehrreiche landwirtschaftliche Erlebnistouren.

Detailbeschreibung Radrunde "Kraftquellen im Bäderdreieck"

Auf der Erlebnisrunde 6 lernen Radfahrer die bekannten Thermalbäder von Bad Füssing, Bad Birnbach und Bad Griesbach kennen und erkunden zudem das Naturparadies Unterer Inn. Auf 96 Kilometern tourt man entlang des Rottalradwegs, des Römer-Radwegs, des Innradwegs und des Drei-Täler-Radwegs von Pfarrkirchen  über Pocking nach Simbach und wieder zurück nach Pfarrkirchen.

Das Wahrzeichen der Stadt Pfarrkirchen ist die Marienwallfahrtskirche auf dem Gartlberg, die Gartlbergkirche. Dieser doppeltürmige Barockbau prägt das Stadtbild und ist aus allen Richtungen sichtbar. In Bad Birnbach lädt die Rottal-Terme mit Heilwasser und Saunawelt zum Regenerieren ein. Wer den Weg vom Stadtzentrum zum „ländlichen Bad“ nicht mit dem Radl zurücklegen will, kann kostenlos mit dem ersten autonomen E-Bus Deutschlands fahren. Wasserfälle, Sprudelliegen und Massagedüsen beleben den Kreislauf in der Wohlfühltherme Bad Griesbach. Und auch in Bad Füssing kommt heißes, mineralreiches Wasser aus der Tiefe. Seine wohltuende Wirkung kann man in dem Heilbad gleich in drei Thermalbädern erproben. Eine Besonderheit ist hier auch der Saunahof mit seinem großen Pool im Freien, verschiedenen Saunen und vielfältigen Ruheräumen.

Interessante Möglichkeiten für Naturliebhaber bietet das Europareservat Unterer Inn. Hier kann man radeln, spazieren gehen, seltene Pflanzen entdecken, Vögel beobachten und vielleicht sogar einen Eisvogel sehen. Die beste Anlaufstelle hierfür ist das Infozentrum in Ering am Inn. Eine Wanderung bietet sich bei Simbach am Inn an. Vom Aussichtspunkt am Schellenberg überblickt man an klaren Tagen die gesamte Alpenkette von der Dachstein-Gruppe über die Salzburger Voralpen. Am Fuße des Schellenbergs liegt ein weitläufiges Freizeitgelände, das unter anderem ein Kletterzentrum des Deutschen Alpenvereins beherbergt. Auf dem Drei-Täler-Radweg fährt man durch sanfte Hügellandschaften zurück nach Pfarrkirchen.

Hintergrund:
Die Niederbayerntour und die Erlebnisrunden sind Teil des LEADER Kooperationsprojekts Radrunden Bayerisches Golf- und Thermenland unter der Trägerschaft des Tourismusverbands Ostbayern e.V.. Das Projekt widmet sich der Service- und Infrastrukturqualität in Niederbayern, der Oberpfalz und einem Teil Oberbayerns. Es wird durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) gefördert.

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