Jahreshauptversammlung des Tourismusverbandes Ostbayern

10.06. 2014 - Wetterkapriolen zum Trotz: Urlaubsregion Ostbayern so beliebt wie noch nie

Bei seiner Jahreshauptversammlung in Deggendorf ließ der Tourismusverband Ostbayern am Dienstag, den 8. Juli das touristische Jahr 2013 Revue passieren. Fazit: Trotz verheerender Wetterverhältnisse konnte die Anzahl der Gästeankünfte leicht gesteigert werden auf 4,7 Millionen Gäste. Somit wurde das bisherige Rekordergebnis aus dem Jahr 2012 noch einmal übertroffen. Ebenfalls im fünften Jahr in Folge stieg die Bettenauslastung um 1,7 % auf 35,1 %. Auf dem Erfolg will man sich beim Tourismusverband Ostbayern jedoch nicht ausruhen, mit dem Ausbau bestehender Leuchtturmprojekte wie des Qualitätswegs Goldsteig und neuen Angeboten für Radtouristen soll die Urlaubsregion Ostbayern in Zukunft noch attraktiver werden.
So gut besucht wie in diesem Jahr war die Jahreshauptversammlung des Tourismusverbandes Ostbayern noch nie: Rund 280 Teilnehmer fanden am Dienstag, den 8. Juli den Weg in die Deggendorfer Stadthalle. Unter den Anwesenden befand sich auch Erwin Huber, MdL, für dessen Engagement für den bayerischen Tourismus sich Dr. Michael Braun, Vorstand des Tourismusverbandes Ostbayern, mit Nachdruck bedankte. Weiterer prominenter Gast aus der Politik war Ernst Hinsken, Präsident des Deutschen Heilbäderverbandes e.V., Parlamentarischer Staatssekretär a.D. und Ehrenpreisträger des Glasstraßenpreises 2012.

Neues entwickeln, Bewährtes mitnehmen

Lobend äußerte sich Peter Erl, der stellvertretende Landrat des Landkreises Deggendorf, über die Arbeit des Tourismusverbandes Ostbayern und bezeichnete diesen als "Klammer für die Zusammenarbeit touristischer Akteure, die weit über das Marketing hinausgeht." Ohne das gute und persönliche Miteinander wären erfolgreiche Netzwerkprojekte wie der Qualitätsweg Goldsteig oder die geplante Radoffensive nicht machbar. Er appellierte an die anwesenden Touristiker, Mut für Neues aufzubringen und Bewährtes mitzunehmen, weiter fügte er hinzu: "Es ist die Seele des Tourismus, dass sich alle in der Heimat zu deren Stärken bekennen."

Großveranstaltungen mit Strahlkraft

Dr. Christian Moser, Oberbürgermeister der Stadt Deggendorf, hob die touristische Bedeutung von Großveranstaltungen hervor. Bislang hat die Donaugartenschau Deggendorf über 300 000 Besucher in die Stadt gebracht. Fruchten die Bemühungen der Stadt, werden viele der Landesgartenschau-Besucher als Urlaubsgäste wieder kommen, und damit weitere Wertschöpfung in die Region bringen.

"Wetterkapriolen hat man nicht in der Hand"

Michael Adam, Landrat des Landkreises Regen und Präsident des Tourismusverbandes Ostbayern, ließ das touristische Jahr 2013 Revue passieren. Sein Fazit: Auf einen langen und schneereichen Winter folgte das Jahrhunderthochwasser. Dies und die darauf folgende imageschädigende Berichterstattung über verseuchte Badeseen und Mückenplagen konnten den Erfolg der Urlaubsregion jedoch nicht schmälern. Das Rekordergebnis aus dem Jahr 2012 wurde sogar übertroffen, die Zahl der Gästeankünfte kletterte auf 4,7 Millionen. Die meisten Gäste kamen dabei in den Bayerischen Wald, gefolgt vom Bayerischen Golf- und Thermenland mit seinen Heil- und Thermalbädern. "Wetterkapriolen hat man nicht in der Hand", so Adam, "die ostbayerische Strategie eines anspruchsvollen, landschaftsgebietsbezogenen Marketings und der Konzentration auf die Kernkompetenzen hat sich in dieser schwierigen Zeit aber nachhaltig bewährt." Positiv hob Adam den konsequenten Ausbau der Dachmarkenstrategie durch den Tourismusverband Ostbayern in enger Zusammenarbeit mit seinen Mitgliedern für die Urlaubsregionen Bayerischer Wald, Oberpfälzer Wald, Bayerischer Jura und Bayerisches Golf- und Thermenland hervor. Nach der erfolgreichen Wanderoffensive will man sich verstärkt dem Radtourismus zuwenden und im Rahmen einer Radoffensive Ostbayern wieder zu einer Top-Radlregion machen. Solche Leuchtturmprojekte benötigen jedoch eine ausreichende finanzielle Ausstattung, welche mit dem Auslaufen der EU-Förderung Ende 2013 nicht mehr gegeben ist. Adam sieht den Freistaat Bayern in der Pflicht, hier einen Ausgleich zu schaffen. "Tourismus ist ein Wirtschaftsfaktor, der nicht nur Umsätze bringt. Er schafft auch Infrastruktur, von der Urlaubsgäste und Einheimische gleichermaßen profitieren", so Adam. Gleichzeitig appellierte er an die Anwesenden, sich intensiv den aktuellen Herausforderungen im Online-Bereich zu stellen.

Klassische Zielgruppen verlieren an Bedeutung

Prof. Dr. Harald Pechlaner von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt stellte in seinem Impulsreferat "Innovative Ansätze für die Tourismusdestinationen von morgen" vor. Als die zwei wichtigsten Herausforderungen sieht er die demographische Entwicklung und die weltweit stetig wachsende Zahl an Destinationen. Die Schere zwischen Jung und Alt klafft immer weiter auseinander, klassische Zielgruppen wie Kinder und Jugendliche, Familien mit Kindern und Erwerbstätige im Allgemeinen verlieren an Bedeutung. Stattdessen bilden sich neue Wachstumssegmente mit speziellen Bedürfnissen, die mit ebenso speziellen Angeboten bedient werden müssen. Für Überraschung sorgte er mit der Aussage, es sei nicht immer sinnvoll, eine Destination zu sein. Im globalen Wettbewerb schaffen es nur die großen und starken Destinationen, sichtbar zu werden und Aufmerksamkeit zu erregen. Für kleine Landschaftsgebiete ist es daher oftmals sinnvoller, in Produktentwicklung und Gästebindung zu investieren. "Nicht jede Marke ist eine Destination. Die, die es nicht sind, haben die Aufgabe, touristische Produkte zu entwickeln", so Pechlaner.
Für weitere Anfragen stehen Ihnen Ulrike Eberl-Walter (eberl-walter@ostbayern-tourismus.de) und Monika Mirosavljevic (presse@ostbayern-tourismus.de) zur Verfügung.

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