Stabwechsel der Präsidenten des Tourismusverbandes Ostbayern bei der Jahreshauptversammlung

5.7.2019 - Vor 70 Jahren wurde der Tourismusverband Ostbayern e.V. in Regensburg gegründet; Landrat Josef Laumer aus dem Landkreis Straubing-Bogen ist neuer Präsident des Tourismusverbandes Ostbayern e.V.  ; Die Jahreshauptversammlung steht ganz im Zeichen des Themas Digitalisierung

von links: Dr. Michael Braun, Vorstand, Präsident, Landrat Josef Laumer, stv. Präsident, Landrat Franz Löffler
von links: Dr. Michael Braun, Vorstand, Präsident, Landrat Josef Laumer, stv. Präsident, Landrat Franz Löffler - © TVO_Ulrike Eberl-Walter

Zum 70-jährigen Jubiläum finden sich 200 Mitglieder des Tourismusverbandes Ostbayern zur Jahreshauptversammlung in Regensburg ein. Wichtigster Punkt der Tagesordnung ist die Neuwahl des Präsidiums. Landrat Josef Laumer aus Straubing-Bogen wird dabei zum neuen Präsidenten gewählt und folgt Landrat Franz Löffler, aus dem Landkreis Cham, der jetzt stellvertretender Präsident ist. In ihren Grußworten machten sowohl Landrätin Tanja Schweiger, als auch die Stadträtin der Stadt Regensburg, Dr. Astrid Freudenstein, deutlich, dass Tourismus eine Gemeinschaftsaufgabe aller sei. „Nur das Miteinander macht uns stark“ betont die Landrätin.

Tourismus erhöht die Attraktivität der Orte und Regionen

Nach seiner Wahl dankt der neue Präsident Josef Laumer seinem Vorgänger Franz Löffler für seinen großes Engagement für den Tourismus in Ostbayern. „Freizeit und Tourismus sind ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Davon profitieren nicht nur die Hotellerie und Gastronomie, sondern auch weitere Branchen, wie der Einzelhandel, Dienstleister und das produzierende Gewerbe.“ Es lohne sich, sich für den Tourismus einzusetzen, diesen nachhaltig und qualitätsvoll zu entwickeln, denn, so erklärt Laumer „Tourismus erhöht die Attraktivität unserer Orte und Regionen und trägt dazu bei, die Infrastruktur und damit den Lebensraum zu verbessern.“ Rad- und Wanderwege, Schwimmbäder, Kurparke und die Vielfalt von Hotellerie und Gastronomie kämen nicht nur Gästen, sondern in erster Linie den Einheimischen zu Gute. Auch Bäcker oder Metzger, Werbeagenturen und Busunternehmen könnten einen Teil ihres Einkommens aus dem Tourismus sichern. Was Laumer besonders wichtig ist „Tourismus unterstützt die regionale Wirtschaft und stellt Ausbildungs- und Arbeitsplätze innerhalb der Region zur Verfügung.“

Herausforderungen meistern

Eine große Herausforderung im Tourismus ist die Digitalisierung. Der Tourismusverband Ostbayern hat mit seinem Onlinebuchungssystem eine Vorreiterrolle in Bayern eingenommen. Damit werden Klein- und Kleinstvermieter von der Tochtergesellschaft des Tourismusverband Ostbayern, der OBS OnlineBuchungService GmbH, auf einfachem Weg zur Onlinebuchung geführt und rundum betreut. Das System, das der Tourismusverband im Rahmen eines Pilotprojekts mit Unterstützung des Bayerischen Wirtschaftsministerums umsetzte, findet deutschlandweit und inzwischen auch in Österreich Anerkennung. Im Zuge einer nachhaltigen Produktentwicklung beschäftigt man sich im Tourismus aber auch mit den Themen Mobilität, demographischer Wandel und Gesundheit.

Innovativ seit 70 Jahren

Löffler blickt in seiner Rede zurück auf die Anfänge des Tourismus vor 70 Jahren und zeigt auf, wie innovativ man bereits damals war: Man warb auf deutschen Bahnhöfen mit Plakaten, erstellte Reliefkarten und erste Prospekte. Sogar einen Film gab man in Auftrag, der über die Kinoverleihe in Deutschland gezeigt wurde. Eine halbe Million Übernachtungen zählte man damals, heute sind es 17,5 Millionen. 5.381.494 Gäste verbrachten ihren Urlaub in Niederbayern und der Oberpfalz, bei einem Zuwachs von 2,8 Prozent im Vergleich zu 2017. Die Wertschöpfung im Tourismus hat sich deutlich erhöht: „Hatten wir im Jahr 2008 in Ostbayern noch eine durchschnittliche Auslastung von 28,7 Prozent, liegen wir im Jahr 2018 bei 41,2 Prozent. Das gelingt nur, wenn die Qualität stimmt und sich daraus folgernd auch höhere Preise am Markt durchsetzen lassen“, appelliert Löffler an die Versammlung, den Tourismus selbstbewusst und nachhaltig zu gestalten. Zugleich dankte er dem Team des Tourismusverband Ostbayern um Vorstand Dr. Michael Braun für die innovative Arbeit: „Wir müssen Chancen nützen, Themen aufbereiten und Potentiale des Tourismus ausreizen, dies gelingt in hervorragender Weise, was auch die ausgezeichneten Ergebnisse der letzten Mitgliederbefragung bestätigen.

Wie sehr die Bedeutung des Internets, vor allem auch der mobilen Nutzung, zunimmt, zeigt das geplante Pilotprojekt von Seiten des Wirtschaftsministeriums zur Digitalisierung und Onlinebuchbarkeit von Erlebnissen. Zugleich fordert Löffler die Kommunen auf, für das Thema Digitalisierung personelle wie finanzielle Ressourcen zur Verfügung zu stellen.

Fachkonferenz Digitalisierung

Dass dieses Thema die Branche beschäftigt, zeigt die große Teilnehmerzahl an der Fachkonferenz Digitalisierung, die im Anschluss an die Jahreshauptversammlung stattfindet. Rund 150 Touristiker und Partner der Branche setzen sich in der Konferenz mit den aktuellen Entwicklungen auseinander und dem digitalen Wandel mit Blick auf Open Data, künstliche Intelligenz und SuperApps. Es geht vor allem darum, wie man als Urlaubsregion die Kunden von morgen erreichen kann, war die Kernfrage der Vorträge und Diskussionen. Im Foyer konnten die Tagungsteilnehmer auf großen Bildschirmen das neue PartnerNet aber auch den Film “Der große Wald” aus den fünfziger Jahren anschauen. Überraschungsgast war der kleine Roboter Pepper, der mit seiner emotionalen Mimik und Gestik begeisterte.

Wirtschaftsministerium wertet Tourismus auf

Das Bayerische Wirtschaftsministerium hat eine eigene Tourismusabteilung mit rund 25 Mitarbeitern geschaffen und somit den Tourismus deutlich aufgewertet. „Dies war seit Jahren eine Forderung der Branche“, sagt Löffler, der sich darüber sehr freut, zudem an der Spitze der Abteilung Dr. Sabine Jarothe steht, eine gebürtige Grafenauerin. Die wesentlichen Schwerpunkte der Förderung des Tourismus durch das Wirtschaftsministerium sind das Gaststättenmodernisierungsprogramm, barrierefreie Gastlichkeit, Digitalisierung, der Austausch zwischen Forschung, Wirtschaft, Politik und Tourismus durch das neue Bayerischen Zentrum für Tourismus in Kempten, die Modernisierung des Tourismusmarketings sowie die Forschung zu Potentialen des Gesundheitstourismus.

Identität mit Leitprodukten

Wandern steht im Mittelpunkt der touristischen Angebotsentwicklung „Mit authentischen Leitprodukten gelingt es uns, regionale Identität zu schaffen“, erläutert Löffler die Projekte Goldsteig, Nurtschweg, Jurasteig, Erzweg und Zeugenbergrunde, alles Qualitätswanderwege und Leuchttürme der Urlaubsregionen Ostbayerns. Der Erweiterung des Goldsteigs nach Tschechien konnte man weitere Aufmerksamkeit auf die Region lenken. „Aber auch im Radtourismus sind wir dabei, top zu werden“, zeigt sich Löffler begeistert. Mit Projekten, die durch ein Programm für die Entwicklung ländlicher Regionen gefördert werden, sogenannten LEADER-Kooperationsprojekten, hat man die Trans Bayerwald, die Niederbayerntour und die Oberpfälzer Wald Radwelt entwickelt sowie den Fünf-Flüsse-Radweg aufgewertet und stärkt damit langfristig den Radtourismus.

Eine der wichtigsten Säulen ist zudem der Gesundheitstourismus, der sich vor allem in den Heilbädern und Kurorten abspielt. 5,5 Millionen Übernachtungen fallen in diesen Bereich. Für die Städte in Ostbayern liegt der Akzent auf dem Thema Kulturtourismus, den inländische, aber auch immer mehr auch ausländische Gäste schätzen.

Ehrenmitglieder ernannt

Für besondere Verdienste sowie ihren langjährigen und leidenschaftlichen Einsatz für den Tourismus in Ostbayern ernannte die Versammlung drei Ehrenmitglieder: Ernst Hinsken, Parlamentarischer Staatssekretär a.D. und langjähriges Mitglied des Deutschen Bundestags, Begründer der Glasstraße und Sprachrohr bis hin zu den Bundespräsidenten für die Urlaubsregionen Ostbayerns, Albert Seidl, 40 Jahre Tourismusreferent des Landkreises Cham und Motor einer gemeinschaftlichen Tourismusentwicklung, sowie Klemens Unger, früherer Direktor des Tourismusverbandes, der vor allem mit seinen Jahresthemen wie das Asamjahr oder das Bauernjahr Meilensteine im Tourismus setzte.

Neues Präsidium des Tourismusverbandes Ostbayern e.V.

Das Präsidium setzt sich zusammen aus Vertretern der Industrie- und Handelskammern mit Alexander Schreiner (Niederbayern) und Dr. Jürgen Helmes (Oberpfalz), des Bayerischen Landkreistags mit Landrat Josef Laumer  (Straubing-Bogen) und Landrat Franz Löffler (Cham) des Bayerischen Städtetags mit Oberbürgermeister Dr. Christian Moser (Deggendorf) und Oberbürgermeister Kurt Seggewiß (Weiden i.d.OPf.), des Bayerischen Gemeindetags mit Bürgermeister Alois Brundobler (Bad Füssing) und Bürgermeister Rupert Troppmann (Neustadt a.d.Waldnaab), Vertretern des bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Bayern e.V. mit Hermann Reischl (Niederbayern) und Andreas Brunner (Oberpfalz). Das Präsidium wählte Josef Laumer, Landrat des Landkreises Straubing-Bogen, zum Präsidenten. Franz Löffler, Bezirkstagspräsident der Oberpfalz und Landrat des Landkreises Cham, bisheriger Präsident ist nun stellvertretender Präsident.

Laudationes für die Ehrenmitglieder:

Ernst Hinsken
Herr Ernst Hinsken war über Jahrzehnte das Sprachrohr Ostbayerns im Deutschen Bundestag. Mit seiner ihm eigenen Beharrlichkeit gelang es ihm immer wieder, die Schönheiten des Bayerischen Waldes auch auf höchster politischer Ebene publik zu machen. Er gilt zusammen mit Günther Keilwerth und Klemens Unger als Vater der Glasstraße. Zur Eröffnung lotste er sogar den damaligen Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl in den Bayerischen Wald. Unvergessen auch der von ihm initiierte deutsch-französische Gipfel in Straubing mit Nicolas Sarkozy oder die offiziellen Besuche des ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog und des Bundestagspräsidenten Norbert Lammert an der Glasstraße. Lange Jahre vertrat Ernst Hinsken als MdB die Bundespolitik im Beirat des Tourismusverbandes Ostbayern. Von 2012 bis Anfang 2015 war Ernst Hinsken zudem Präsident des deutschen Heilbäderverbandes und setzte sich in besonderer Art und Weise für das Kur- und Bäderwesen in Deutschland ein. Für seine Verdienste um den Tourismus in Ostbayern schlägt das Präsidium vor, Herrn Ernst Hinsken zum Ehrenmitglied des Tourismusverbandes Ostbayern zu ernennen.

Albert Seidl
Am 30.03.2019 ist der Tourismusreferent des Landkreises Cham, Herr Albert Seidl, in den Ruhestand gegangen. Albert Seidl hat sich über 40 Jahre in erheblichem Maße für den Tourismus in Ostbayern engagiert und war regelmäßig in den Gremien (Marketingausschuss, Vorstand und Beirat) vertreten. Albert Seidl hat neben seiner Arbeit für den Tourismus im Landkreis Cham immer auch das große Ganze im Blick gehabt und war stets ein äußerst loyaler Begleiter der Arbeit des Tourismusverbandes Ostbayern. Dank ihm fanden und finden sich viele (Jahres-)Themen des TVO auch auf Gemeindeebene wider. Ihn kann man getrost als Motor des Tourismus im Landkreis Cham bezeichnen. Er hat federführend die Weichen dafür gestellt, dass der Landkreis Cham heute mit jährlich rund rund 480.000 Gästen und ca. 1,9 Mio gewerblichen Übernachtungen so gut dasteht. Für seine Verdienste um den Tourismus in Ostbayern schlägt das Präsidium vor, Herrn Albert Seidl zum Ehrenmitglied des Tourismusverbandes Ostbayern zu ernennen.

Klemens Unger
Am 30.09.2019 geht der Kulturreferent der Stadt Regensburg und langjähriger Direktor des Tourismusverbandes Ostbayern, Herr Klemens Unger, in Ruhestand. Klemens Unger hat in den Jahren 1984 bis 1999 die Arbeit des Tourismusverbandes Ostbayern sowohl nach innen als auch nach außen wesentlich geprägt. Als Begründer des Kulturtourismus in Deutschland ist es ihm gelungen, die Region Ostbayern mit Jahresthemen wie dem legendären Asam-Jahr, dem Gläsernen Wald, dem Bauernjahr oder Gold im Herzen Europas auch im Bereich Kultur deutschlandweit zu positionieren. Frühzeitig sah er die Chancen der ab 1989 offenen Grenzen und baute zahlreiche Kontakte zu den tschechischen Kollegen auf. Das „Grüne Dach Europas“ wurde ein geflügelter Begriff und ist heute wertvoller denn je. Die Jahreshauptversammlung im 70. Jahr des Bestehens des Tourismusverbandes Ostbayern in Regensburg ist zugleich auch die letzte Jahreshauptversammlung während seiner Amtszeit. Damit geht eine 45jährige Karriere mit viel Herzblut für den Tourismus und die Menschen in Ostbayern zu Ende. Für seine Verdienste um den Tourismus in Ostbayern schlägt das Präsidium vor, Herrn Klemens Unger zum Ehrenmitglied des Tourismusverbandes Ostbayern zu ernennen.

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