Trans Bayerwald – die neue Mountainbikerunde im Bayerischen Wald

Interview mit Daniela Schilling, Marketingleiterin für den Bayerischen Wald beim Tourismusverband Ostbayern und Projektverantwortliche für die Trans Bayerwald

Was ist die Trans Bayerwald?
Die Trans Bayerwald ist neben dem Qualitätswanderweg Goldsteig das große Outdoor-Abenteuer dieser Region. Sie ist ein Netzwerk aus Mountainbike-Etappenrouten durch den Bayerischen Wald. Ihr Hauptbestandteil sind zwei Sieben-Tages-Etappen mit einer Gesamtlänge von rund 700 Kilometern. Zukünftig wird es auch thematische Kurztouren geben. Die Südroute verläuft von Furth im Wald nach Passau und orientiert sich am Donaukamm. Die Nordroute verläuft von Passau nach Furth im Wald und orientiert sich am Grenz- und Arberkamm.

Warum ist Mountainbiken im Bayerischen Wald ein Thema?
Verschiedene Studien zeigen, dass der Bayerische Wald positiv als Mountainbike-Region wahrgenommen wird. Viele Mountainbiker sind im Bayerischen Wald jetzt schon mit Ihren Mountainbikes unterwegs.  Mountainbike fahren ist schon lange keine Trendsportart mehr, sondern wird immer mehr zum Breitensport. Wir wollen ein attraktives Angebot für Mountainbiker schaffen, mit Rücksicht auf die sensiblen Bereiche. Es gibt viele abwechslungsreiche Strecken im Bayerischen Wald, aber dort wo besonders viele Wanderer unterwegs sind oder in geschützten Gebieten werden keine Strecken ausgewiesen. Die „Trans Bayerwald“ verbindet die bestehenden Mountainbike-Regionen beziehungsweise ist ein Dach für bestehende Angebote im Bayerischen Wald. Wichtig ist uns dabei Respekt, Toleranz und Rücksichtnahme zwischen allen Natur- und Wegenutzern zu erreichen.

Wann wurde die Idee geboren, das Thema Mountainbike für den Bayerischen Wald anzugehen und wie ging es dann weiter?  
Die Auftaktveranstaltung zur Radoffensive in Ostbayern vor vier Jahren in Straubing. Gleich im anschließenden Workshop wurde die Idee geboren, eine Mountainbike-Reiseroute im Bayerischen Wald zu etablieren. Es folgten viele Abstimmungstermine und Informationsveranstaltungen, auch die Strecke musste erst gefunden und abgestimmt werden. Die vielen Partner und Interessengruppen im Projekt sollten gehört und mitgenommen werden. Das liegt uns besonders am Herzen. Seit 2017 wirken wir im Rahmen des LEADER–Kooperationsprojekt zur „Entwicklung der Mountainbikerunde Trans Bayerwald“ mit allen Landkreisen des Bayerischen Waldes zusammen, die auch die Kofinanzierung mit stemmen. Zur Eröffnung der Trans Bayerwald im September ist die Strecke leider noch nicht vollständig ausgeschildert, aber bis Ende Oktober sollten wir es geschafft haben. Spätestens zur neuen Saison 2019 muss alles perfekt sein.

Für wen ist die Strecke geeignet? Wie sportlich muss man dafür sein?
Die „Trans Bayerwald“ ist vor allen für Tourenfahrer und Allmountainbiker geeignet. Die Wegestruktur ist vielfältig, aber fahrtechnisch wenig anspruchsvoll – dafür sollte man etwas Kondition mitbringen, denn das Sägezahnprofil des Bayerischen Waldes hat es in sich. Auch wenn die Trans Bayerwald sportlich gesehen mit 700 Kilometern und 17.000 Höhenmetern beider Routen zusammen ein „dickes Brett“ ist, steht vor allem das Erlebnis Bayerischer Wald im Vordergrund – die weiten Ausblicke, die unbeschreibliche Landschaft, die Menschen. Wir haben von unseren Trans Bayerwald Pionieren, die die Strecke dieses Jahr bereits getestet haben sehr viel positives Feedback erhalten.

Gibt es den typischen Mountainbike-Gast?
Der typische Mountainbike-Gast? Den gibt es meiner Meinung nach nicht. Schon alleine in Fahrtechnik und Kondition unterscheiden sich die Mountainbikegäste stark. Deswegen gibt es auch viele individuelle und lokale Angebote, wie Abfahrtsstrecken oder für eBikes der Uphill Flow Trail in der MTB Zone im Bikepark Geisskopf. Es werden auch geführte grenzüberschreitende Touren rund um den Hohen Bogen, im Deggendorfer Land oder Trailtouren in der Ferienregion Sankt Englmar angeboten. Viele engagierte Radvereine, verteilt über den gesamten Bayerischen Wald, bieten kostenlose geführte Touren in ihrer Freizeit an. Darüber hinaus gibt es ausgeschilderte Mountainbikestrecken im Arberland, im Naturpark Oberer Bayerischer Wald oder im Passsauer Land. Ein absolutes Naturerlebnis sind die Radtouren im Nationalpark Bayerischer Wald, wo natürlich das Wegegebot gilt. Wer seine Fahrttechnik verbessern möchte, findet im Bayerischen Wald auch super Fahrtechnikanbieter. Das sieht man schon wie unterschiedlich die Wünsche und damit auch die Angebote sind.

Können Sie Ihre Zielgruppe „Mountainbiker“ näher beschreiben?
Nach unseren Erfahrungen und Befragung unserer Gäste wird Mountainbike in allen Altersgruppen gefahren. Der typische MTB –Gast ist männlich, überdurchschnittlich gut gebildet, lebt in einer festen Partnerschaft und hat ein hohes Einkommen zur Verfügung. Er verreist in der Gruppe und gibt eine Menge Geld für sein Hobby aus. Mountainbiker üben meist auch andere Natursportarten wie Wandern, Klettern, Bergsteigen aus. Im Urlaub wird nicht nur Rad gefahren, sondern es werden auch andere Aktivitäten unternommen. Ein großer Anteil unserer Gäste nimmt sogar Wellnessangebote wahr. Der Mountainbiker möchte in der Gruppe die Natur genießen, sportlich tätig sein, aber auch in einer  Gastronomie die Tour kulinarisch ausklingen lassen. Übrigens stammen die Daten aus einer Befragung der Mountainbiker im Rahmen der Produktentwicklung Bayerischer Wald, Grundlagenerhebung 2015, Mountainbike Tourismusforum und der Bikerumfrage Deutsche Initiative Mountainbike aus 2010.

Seit April 2018 können die Mountainbiker Trans Bayerwald-Pionier werden und die Strecke testen. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
Wir haben bis jetzt über 650 Starterpakete mit allen wichtigen Infos wie Etappenführer, zur Übernachtung und Anreise, Reisetagebuch und so weiter  an die Trans Bayerwald-Pioniere versendet. Viele positive Rückmeldungen sind bei uns eingegangen. Dabei waren auch viele Hinweise, was wir noch besser machen können. Diese Hinweise sammeln wir oder setzen Sie auch gleich um. Folgendes Feedback eines Trans Bayerwald-Pioniers hat mir besonders gut gefallen: „Insgesamt finde ich es wirklich toll, dass es eine derartige offizielle Strecke gibt und ich wünsche dem Projekt viel Erfolg! Auch die Leute die mir unterwegs begegneten wie Förster, Hoteliers oder Wanderer schienen durchweg positiv gegenüber Radfahrern eingestellt zu sein - leider keine Selbstverständlichkeit hierzulande. Dieser Umstand hat für mich einen guten Teil des Charmes der Strecke ausgemacht.“

Informationen erhält man beim Tourismusverband Ostbayern e.V.,
Im Gewerbepark D 04 • 93059 Regensburg, Tel. +49 941 58539-0 • Fax +49 941 58539-39
info@trans-bayerwald.de, www.trans-bayerwald.de

Pressekontakt: Ulrike Eberl-Walter
E-Mail: eberl-walter@ostbayern-tourismus.de,Tel. +49 941 58539-12
Internet: www.ostbayern-tourismus.de | www.bayerischer-wald.de

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