Kirche

Kirchenburg mit Wallfahrtskirche und Kirchenmuseum

Marktpl. 35, 94149 Kößlarn

Die Kirchenburg Kößlarn ist die einzige vollständige Anlage ihrer Art in Altbayern. Sie geht auf eine 1364 begründete Marienwallfahrt zurück. In der prächtigen spätgotischen Wallfahrtskirche mit ihrer barocken Ausstattung steht die berühmte Silbermadonna aus dem Jahr 1488. In der Wehranlage mit Wehrgängen, Schießscharten und Torhäusern kann man die Sammlung des Kirchenmuseums besichtigen: unter anderem einen Palmesel aus dem Jahr 1481, erzählfreudige Krippen und einen in Gold und Silber prunkende Kirchenschatz. Wechselnde Ausstellungen machen den Besuch immer wieder zu einem Erlebnis.

Die Kirche ist täglich geöffnet. Wer einen Blick in die Wehrbauten und das Museum werfen will, kann dies von April bis Oktober jeweils am Donnerstag, Samstag und Sonntag, von 13-16 Uhr tun.

Besondere Tipps: Am Donnerstag bietet sich zusätzlich der Besuch des Kößlarner Bauernmarktes an. Eine weitere Attraktion ist auch der Laden „schlicht & einfach“ mit liebevoll selbstgemachten Deko- und Geschenkartikeln im pittoresken Torhaus der Kirchenburganlage.

Gruppenbesuche und Führungen durch Kirche und/oder Kirchenmuseum sind jederzeit auf Anfrage möglich.

Eine Kirche geschützt von hohen Mauern, verschließbaren Toren, ein Wehrgang mit Schießscharten: das Bild einer sich nach außen abschottenden Kirche befremdet. Im späten Mittelalter jedoch war ein solcher Anblick keinewegs unüblich. Einer steinerne Mauer schützte fast immer den um die Kirche gelegenen Friedhof. Manchmal kamen eigene Torhäuser, Wehrtürme oder auch ein Wehrgang hinzu. Von all diesen Kirchburgen sind in der Region allenfalls noch Reste vorhanden. In Kößlarn allerdings steht die spätmittelalterliche Anlage in ihrem ganzen Umfang, wie sie der berühmte spätgotische Baumeister Michael Sallinger im 15. Jahrhundert erreicht hatte. Der bewaldetet Talkessel war zu diesen Zeiten fast unbesiedelt. Doch wie wurde die Pfarrkirche zur Wallfahrtskirche? Folgende Geschichte soll sich zugetragen haben: Etwas abseits vom Kößlarner Marktplatz verläuft der „Kesselbach“. Als der Graf von Ortenburg hier 1364 mit seinem Gefolge heranritt, sollen die Pferde gescheut haben: Sie wollten den Bach nicht überqueren. Der Graf machte kehrt und fand in einem, Wacholder („Kronwettbaum“) unweit der späteren Kirche ein Marienbild. Gleich neben dem Bach stand von alters her ein stattliche Vierseithof. Der kranke Kesselbauer war der Erste, der die wundersamen Kräfte des Gnadenbildes erfuhr, als er sich zu ihm tragen ließ und geheilt wurde. Sein Hof wurde zur Keimzelle des bald danach aufblühenden Wallfahrtsortes Kößlarn. Unzählige Pilger strömten an den Ort und immer größere Kirchen mussten gebaut werden. Bis zu fünf Geistliche wohnten in Kößlarn, um die zuströmenden Pilger mit Messen, und Beichten zu versorgen.

Das Geld für die Bauwerke und die prächtige Kirchenausstattung kam fast ausschließlich von den Wallfahrern selbst. Ihre Gaben waren so reichlich, dass man aus den vielen Silbervotiven im Jahr 1488 den Passauer Goldschmied Balthasar Waltenberger beauftragte, ein Kunstwerk zu schmieden. Die Geburtsstunde der bekannten Kößlarner Silbermadonna, ein Bildwerk, der den Wallfahrtort unter Kunstkennern in der ganzen Welt bekannt machte. Weitere Kunstschätze kamen im Laufe der Wallfahrtsgeschichte hinzu. Ein spätgotischer Palmesel, das älteste Messgewand der Diözese Passau sowie ein barockes Krippenspiel mit über 40 Figuren sind nur einige der Schätze die sich unteranderen auch im Kirchenmuseum befinden.

Freier Eintritt.

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